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Wir waren gewarnt. Alles was um den Milford Sound herum ist, ist einfach ausgebucht oder zu teuer. Entsprechend ist die Situation bei der Suche nach einer Unterkunft in Te Anau. Sylke schaut mich ungläubig an: 600 NZ Dollar für 3 Nächte? Äh nein, falsch, für eine Nacht!

So sind wir in Manapouri gelandet. 20 km weiter und hier ist der Hund begraben, aber unsere Wohnung hat alles, was wir brauchen, außer: Internet.

Wir machen uns auf, die erste Etappe des berühmtesten Track nach dem Milford Track zu laufen (also die Beta Version). Wie bereits erwähnt, 26 Kilometer und am Anfang geht es 1000 Meter hoch. Zwar gemächlich aber stetig.

Mit dem üblichen Karacho ging es los über den Te Anau See. Wir waren natürlich zu früh da und mussten sogar noch auf die Öffnung des einzigen Cafe´s in der Nähe des Steges warten. Aber dann! Hier sind übrigens Anlegestege völlig überbewertet. Erstens gehen sie im Winter sowieso kaputt und zweitens kann man das Taxi dann auch an Stellen einsetzen, wo es keine Stege gibt. Siehe Beitragsbild.

Zuerst durch Buchenwald und am Ende, nach der Baumgrenze, eigentlich nur noch mit tollen Aussichten gerade aus.

Am Anfang ging es noch ganz gemütlich durch den üblichen „Bush“. Hier allerdings mit anderen Bäumen und anderer Bodenbedeckung, als an den Tracks vorher.

Dann wurde das Wetter schlechter und schlechter und kurz vor der Luxmore Hütte haben wir dann umgedreht.

Sylke meinte, das wäre geklaut. Vom Malerweg in der Sächsischen Schweiz. Da hätte mal wieder so ein Kiwi was Tolles bei uns gesehen und dann in Neuseeland kopiert. Sah tatsächlich so ähnlich aus. Aber der Malerweg im März, so grün?
Während des ganzen Aufstieges hat uns ein Regenbogen begleitet. Mal mehr oder weniger sichtbar. Oben über der Baumgrenze konnten wir ihn dann in seiner ganzen Pracht bewundern. Mal mehr, mal weniger.
Oben war die Aussicht einfach grandios. Das kommt auf einem Foto gar nicht rüber. Rundherum einfach nur tolle Landschaft, Wolken, Licht… Rundherum stimmt nicht ganz: Auf der anderen Seite waren dicke Wolken und zur Hütte hätten wir durch den Nebel laufen müssen.
Auf dem Weg nach unten sind uns dann unheimliche Gestalten begegnet. Oder wenn man so vor sich hinwandert, gibts den Wettbewerb: Wer sieht die schrecklichsten Gestalten? Hier war es Stiefelriemenbill. Kennt ja jeder aus Fluch der Karibik. Auf ein Close up hab ich mal verzichtet: Zu scary!

Wieder am See, waren wir dumm. Wir wollten nicht auf das Wassertaxi warten, sondern dachten: Och, die 1,5 Stunden hängen wir locken noch dran. Noch blöder: Nicht richtig nachgeschaut. 1,5 Stunden bis zum Parkplatz für den Einstieg zum Kepler Track. 3 Stunden bis zum Parkplatz, auf dem wir standen. Das hat sich dann doch ganz schön gezogen und aus „weit“ ist dann „viel zu weit“ geworden. Zum Schluss waren es 26 Kilometer und wir: Fertig!

Auf den letzten Kilometern hat Sylke dann noch versucht, ihre juckenden Sandflie-Stiche an den Füßen zu kühlen. Dumm gelaufen: Kaum hatte sie die Schuhe und Socken aus, stürzten sich wieder die Biester auf ihre nackten Füße.
Auf dem Weg zurück zur Unterkunft kamen wir dann noch an einer Rehzucht vorbei. Liebe Kinder, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein:
Das ist Bambi zum Schlachten und Essen.

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