Safari im Kruger-Nationalpark. Am ersten Tag in unserem ganz normalen Reisebus, inklusive Anhänger für die Koffer. Damit fahren wir durch ein eingezäuntes Gebiet, das ungefähr halb so groß ist wie die Schweiz.

Nach einer Minute im Park marschieren schon zwei Giraffen an uns vorbei. Ein herzliches Willkommen! 15 Minuten später der erste Kontakt mit Löwen. Gleich ein ganzes Rudel von fast zehn Tieren lümmelt im Gras neben der Straße.
Und als wir weiterfahren wollen, springt unser Bus nicht mehr an.
Gefangen bei den Löwen
Unser Guide William hat plötzlich alle Hände voll zu tun: Busunternehmen anrufen, Agentur, Reiseveranstalter. Mal kurz die Motorhaube öffnen und nach dem Rechten sehen, ist leider keine besonders gute Idee.

Die Löwen liegen schließlich nur zehn Meter entfernt.
Bei einer Löwensichtung halten natürlich alle Autos. Aber für uns, die wir im Bus gefangen sind, werden die Löwen irgendwann tatsächlich langweilig. Sie liegen halt einfach rum. Putzen sich mal, stehen auf, gähnen, drehen sich und legen sich wieder hin.
Man muss nur lange genug etwas betrachten, und sei es noch so ungewöhnlich – irgendwann verliert fast alles seinen Reiz. William kann zum Telefonieren nur sein Handy aus dem Bus halten. Das erinnert ein bisschen an die Anfangszeiten des D-Netzes im Osten.
Die Löwen draußen. Wir drinnen. Nur: Wie steigen wir eigentlich in den Ersatzbus um, wenn der irgendwann kommt? Einfach todesmutig aussteigen? Haben die Tiere schon gefrühstückt? Nach drei Stunden hat sich das Rudel bis auf zwei weiter entfernt liegende Tiere aufgelöst. Trotzdem gehen wir auf Nummer sicher: Die beiden Busse stellen sich Tür an Tür und wir steigen direkt um.
Aufregend war der Vormittag auf alle Fälle. Am meisten vermutlich für William.

Diesmal ohne Dach
Tag zwei im Kruger-Nationalpark. Diesmal geht es mit einem offenen Jeep los. Kurz nach fünf Uhr morgens.


An Löwen sind wir inzwischen nicht mehr besonders interessiert. Dafür bekommen wir reichlich anderes geboten: Zebras, Elefanten, Gnus, Impalas, Flusspferde, Krokodile, Giraffen und sogar einen Geparden.

Mal stehen sie verwundert am Straßenrand, mal verstecken sie sich im Gras, rennen durch die Savanne, grasen oder beobachten uns.



Wer eigentlich wen?
Und manchmal hat man das Gefühl, dass sie uns auslachen. Bei den Zebras und Flusspferden hat es sich jedenfalls verdächtig danach angehört.




Und dann knallt es
Am späten Nachmittag noch eine kleine Ausfahrt vom Hotel. Da unsere Autofahrten im Nationalpark bis dahin offenbar nicht aufregend genug waren, fliegt während der Fahrt ein Stein gegen meine Fensterscheibe.
Ein lauter Knall – und die Scheibe zerspringt.

Zum Glück trifft der Stein nicht das offene Fenster. Das wäre auf meinem Fensterplatz ausgesprochenes Pech gewesen. So hat nur die Scheibe Pech – und ich bekomme einen ordentlichen Schreck. Nicht nur ich.
Natürlich gibt es anschließend reichlich Spekulationen darüber, wie und warum das passiert ist.
Aber die lassen wir hier lieber.

Abends dann noch eine fröhliche Tanzveranstaltung mit Kindern aus dem benachbarten Homeland, viel Fleisch vom Grill und Tagesausklang unter dem afrikanischen Abendhimmel.
Nach zwei Tagen Kruger können wir jedenfalls nicht behaupten, dass auf Safari nichts passiert.

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