Überraschung! Bis Freitagvormittag wussten wir nicht, wo die Reise, die uns die Kinder zur Hochzeit geschenkt haben, hingehen soll. Dann, am BER um 8:00 Uhr morgens trafen wir Otto und bekamen das Ziel unseres Fluges genannt. Wir waren noch nie in Bologna. Entsprechend unvorbereitet sind wir dann hier angekommen.
Alle waren noch nicht zusammen, aber ein Eis wollte jeder. Vor allem weil es ja im Ranking die Nr. 58 der besten Eisdielen der Welt war.
Unsere große AirBnB Wohnung liegt am Rande der Altstadt, aber ziemlich zentral. Gestern Mittag waren wir dann alle zusammen: Otto, Anna, Leo, Christoph und die Goldkinder von Sylke Marie und Moritz. Die Kids haben zusammen ein umfangreiches Programm ausgearbeitet. Dazu gehörte nicht nur leckeres Eisessen, sondern auch der Besuch der Kathedrale und ein kleiner Spaziergang durch die Altstadt.
Der Piazza Maggiore ist im Sommer ein riesiges Freiluftkino. Hier können die Bologneser jeden Abend umsonst italienische Filme sehen. Und jedes Mal wenn wir Abends vorbeikamen war jeder Stuhl besetzt.Die riesige Kathedrale genannt Basilica di San Petronia wurde ab 1390 errichtet und ist dem Stadtheiligen geweiht. Und natürlich musste es schon so eine etwas größere Kirche sein, in der sich Kaiser Karl V zum Kaiser krönen lies. Man wollte mit der Kathedrale eigentlich den Petersdom übertrumpfen aber irgendwann fehlten dann doch die Mittel. Sieht man auch an der nicht vollendeten Fassade. Schade.
Mit den vielen Arkaden und den mittelalterlichen Bauten überall, schon mal eine beeindruckende Stadt. Abends waren wir zum Essen in einer typischen Bologneser Kneipe, dem Cesari, um natürlich Tagliatelle Bolognese zu probieren.
Heute ging es dann um die sieben Wunder von Bologna. Die Tour wurde geführt von Anna und Leo. Das erste Wunder sind die drei Pfeile in der Decke der Vorhalle von Corte Isolani. Einem Originalgebäude aus dem 13 Jhd.
Die aufmerksamen Touristen hingen an den Lippen der Ausführenden.Zu bestaunen gab es in diesem Fall die Due Torri. Die letzten beiden Türme der 180 die vom 11. bis zum 13. Jhd. in Bologna gebaut wurden und der Stadt den Beinamen „La Turrita“ einbrachte. Böse Zungen behaupteten dass man die Stadt vor lauter Türmen nicht mehr sah. Allerdings sind beide inzwischen ziemlich instabil und etwas sehr schräg und man kann nicht hochklettern.Wir waren nicht die einzigen, die versuchten die Pfeile in der Decke 20 Meter über uns zu sehen.
Das Zweite waren die Finger des Neptun auf dem gleichnamigen Platz. Die Statue sieht relativ harmlos aus, bis man um sie herum geht.
Auf dem Piazza del Nettuno steht die riesige Bronzestatue die Giambologna gestaltet hat. Der kam aber mit seinem Auftraggeber, der Kirche nicht so richtig klar.Deswegen kann man aus einer bestimmten Perspektive erkennen, was er von seinem Auftraggeber hielt. Dabei ist das doch nur die Hand des „Gigant“ wie die Figur wegen ihrer Größe genannt wird.
Das Dritte ist die Inschrift auf der Decke des Säulenganges der Via dell´Indipendenza. Dort steht seit dem Mittelalter zu lesen, dass außer Wein und Getreide auch Canabis zum Wohle der Stadt beigetragen hat. Nun, nicht alle Bologneser lagen bekifft im Eck, sondern der Hanf diente der Seil- und Stoffmacherei. Das Vierte, das Fenster an der Via Piella ist ein typischer Insta Hotspot. Man kann dort ein Fensterchen öffnen und dann auf den Moline-Kanal schauen.
Auf der anderen Seite der Brücke geht das auch ohne Fenster und ohne Schlange. Die Kanäle dienten vor allem zum Transport. Aber sie begründeten auch den Reichtum der Stadt, denn die Mühlen an den Kanälen wurden genutzt, um die Seidenfäden und Stoffe zu spinnen, für die Bologna im Mittelalter berühmt war.
Schließlich waren wir noch an und ein bisschen in der Alma Mater von Bologna. Der ältesten Uni der westlichen Welt. Gegründet 1088 ist sie bekannt für viele berühmte Absolventen wie Kopernikus, Erasmus von Rotterdam, Eco, Pasolini, etc.…. Heute gibt es fast 100 000 Studierende in Bologna an 31 unterschiedlichen Fakultäten die alle aus dieser einen Uni hervorgingen.
Neben der Mortadella ist Bologna berühmt für Tortellini in allen Variationen. Sie müssen aussehen wie der Nabel der Venus.Kein Wunder, aber wundervoll: Auch eine Erfindung Bolognas, die Mortadella. Entsprechend präsent ist die Wurst in der Stadt.Natürlich mussten wir bei Mortadella Lab anhalten um ein großes Stück in allen möglichen Kombinationen zu probieren.Frisch gestärkt ging es dann weiter zur Piazza Santo Stefano. Ein schöner Platz, der mittags leer, aber am Abend sehr belebt ist. Nebenan, in der Compleso de Santo Stefano, auch „die sieben Kirchen“ genannt, spielt sich seit dem 4.Jhd. klösterliches Leben ab, von dem die zwei Herren im Bild weit entfernt sind.
Alle sieben Wunder haben wir dann doch nicht geschafft, vor allem weil drumherum gebaut wird und man keinen Zugang hat. Der Rest des Tages war dann zur freien Verfügung und alle haben irgendetwas gemacht. Eis essen, T-Shirts kaufen, in Bars rumlungern. Immerhin hatten wir 34 Grad im Schatten und da waren alle froh, wenn es die Gelegenheit gab in ein klimatisiertes Geschäft zu gehen. Heute Abend gibts dann noch lecker Essen und morgen wieder Programm.
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