Wir sind völlig aus der Übung.
Am BER saßen wir erst einmal am falschen Gate: A2 statt A22. Wir wunderten uns schon, warum wir offenbar die Einzigen waren, die nach Frankfurt wollten.
In Frankfurt machten wir es uns beim Abendessen gemütlich, bis uns irgendwann auffiel: Hoppla, wo fliegen wir eigentlich ab? Unser Flug stand auf den Anzeigen im Terminal A gar nicht drauf. Hektik. Beim Lufthansa-Service erfuhren wir schließlich: Z52. Natürlich hinter der Passkontrolle. Immerhin saßen wir danach vor dem richtigen Gate.
Zehn Stunden vor dem Klo
Im Flieger dann die nächste Überraschung: Wir hatten die hintersten Plätze in Reihe 49 – direkt vor der Toilette. Rückenlehnen nicht verstellbar, kaum Klimatisierung und die ganze Nacht reger Publikumsverkehr hinter unseren Köpfen.
Zehn Stunden Qual statt zehn Stunden Schlaf. Entsprechend bekamen wir von unseren ersten Stunden in Südafrika nicht allzu viel mit. Wir schliefen im Bus. Gelegentlicher Blick aus dem Fenster: Sieht aus wie Australien. Klar, die fahren ja auch auf der falschen Straßenseite. Nein, eigentlich eher wie die Toskana. Aber wo sind die Weinreben? Wo die Olivenbäume?

Ankommen in Mpumalanga
Kurzer Stopp an einem Ausläufer des Krüger-Nationalparks zum Essen – erste Nashörner inklusive. Danach noch eine Kaffeerösterei. Muss das sein, diese Verkaufsveranstaltung?

Irgendwann erreichten wir White River und unser Stille Woning Guest House. Abendessen unter freiem Himmel, anschließend endlich: Schlaf.
Wir sind in Mpumalanga, eine kleine Provinz Südafrikas. Der Name bedeutet ungefähr „Ort, an dem die Sonne aufgeht“ – passend zur Lage im Osten des Landes.
Und am nächsten Morgen waren wir tatsächlich wieder einigermaßen aufnahmefähig.
Wasser, Felsen und ein erfolgloser Goldgräber
Erster Halt: Mac Mac Falls.
Natürlich könnte man sagen: Wasserfälle haben wir schon größer gesehen, höher, breiter und mit mehr Wasser. Aber wir wollen nicht gleich am zweiten Tag anfangen zu meckern. Schön sind sie trotzdem.

Weiter zu Bourke’s Luck Potholes. Tom Bourke war Goldsucher und soll ausgerechnet hier kein Glück gehabt haben. Dafür trägt der Ort heute seinen Namen. Viel interessanter sind ohnehin die Felsformationen, die das Wasser am Zusammenfluss von Blyde und Treur River über Jahrmillionen geschaffen hat.



Dann der Blyde River Canyon.
Imposant. Und gleichzeitig mussten wir ein bisschen über uns selbst lachen. In der Sächsischen Schweiz belächeln wir gern die Leute, die mit dem Reisebus ankommen, einmal über die Basteibrücke laufen, Foto machen und wieder einsteigen. Vorher haben wir aber noch das Beitragsfoto auf dem Parkplatz mit dem tollen Korallenbaum gemacht.
Aber: Hier sind wir diese Leute.
Nichts mit Dreitageswanderung durch den Canyon. Aber eine geführte Reise ist eben immer auch ein Kompromiss mit den eigenen Vorstellungen. Die Three Rondavels entschädigen ein bisschen dafür: gewaltige Felsformationen, die an traditionelle afrikanische Rundhütten erinnern.
Gottes Fenster und der gläserne Lift
Nächster Halt unserer Panoramatour: God’s Window, hoch über dem Lowveld.
Ich gehe davon aus, dass Gott eine bessere Aussicht hat. Aber schön anzusehen ist es allemal.
Zum Abschluss ging es zur Graskop Gorge. Mit dem gläsernen Lift 50 Meter hinunter in die Schlucht, während auf der anderen Seite Menschen eine wesentlich schnellere Methode wählen und sich am Seil in die Tiefe stürzen.
Wir beließen es beim Lift und einer kleinen Wanderung durch den Regenwald.
Und zack – war der Tag vorbei.
Cooler Guide. Cooler erster richtiger Tag. Und langsam sind wir auch wieder im Reisen drin.

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