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Und weiter geht die wilde Hatz! Weil man uns im Hotel in Dierhagen nicht mehr wollte und das nächste Hotel komplett ausgebucht war für Donnerstagabend mussten wir eine Zwischenlösung finden. Und da wir schon länger mal um Schloss Rheinsberg rumpaddeln wollten, haben wir uns eine hervorragend bewertete Unterkunft direkt am Rheinsberger See gebucht.

Bevor es losging Richtung Süden, hat Sylke aber noch ein Foto von der typischen Ostsee Badeurlaub Familie machen müssen. Sie meinte, so wäre das eben gewesen damals. Man hatte ja nüscht anderes.
Der Blick aus dem Fenster in der Pension Mischke am Rheinsberger See (der Familie gehört das halbe Dorf Warenthin mit 20 Einwohnern) war jedenfalls sehr schön.

Also ich für uns. Sylke meinte im Nachhinein, sie wäre froh, dass sie das nicht ausgesucht hat. Wir kamen jedenfalls nachmittags im Gast- und Logierhaus am Rheinsberger See an und mussten gleich erfahren, dass der Koch krank und der Chef in Urlaub ist. Egal es gibt auf jeden Fall etwas zu Essen und ein Bett. Wir sind dann gleich los um durch den Schlosspark zu schlendern und gemütlich einen alkoholfreien Weisswein zu genießen.

Das letzte Mal waren wir hier vor 3 Jahren in strömendem Regen. Aber seitdem hat Sylke immernoch nicht „Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte“ von Tucholsky gelesen. Nun ja, wir sind ja auch nur einen Tag hier und nicht drei, wie Claire und Wölfchen.

Zurück in der Pension gab es tatsächlich super leckeres Essen in einem romantischen Garten unterm Apfelbaum (dem Sylke nicht ganz getraut hat, weil er schon ein bisschen morsch aussah) und eine schlaflose Nacht für mich, weil die Matratze auf der ich schlafen musste, so durchgelegen war, dass Schlaf für mich nicht in Frage kam. Entsprechend gerädert ging es dann am nächsten Morgen auf Erkundungstour, allerdings nicht mit dem Paddelboot sondern auf dem Ausflugsdampfer.

Der Kapitän hatte immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Ein sehr schönes Seengebiet das bei Weitem nicht so überlaufen ist wie die Seen rund um Berlin.

Tolle Gegend, kaum etwas los und eine Affenhitze. Nach einem Eis machten wir uns dann auf zu unserem letzten Ziel: Der Silberhochzeitsfeier von Tom und Uta in der Boltenmühle. Das ist nicht weit weg von Rheinsberg Richtung Neuruppin und wir mussten nur eine kurze Strecke durch die Pampa fahren. Sehr schöne Location mitten im Wald am See!

Angeblich noch ein Geheimtipp, jedenfalls für den normalen Wessi. Denn eigentlich hat die Boltenmühle eine lange Geschichte, war schon seit Jahrhunderten ein Ausflugsziel und nach der heißen Sanierung 1992 hat eine Enkelin der ursprünglichen Besitzer das Anwesen wieder attraktiv gemacht.

Nach dem Abendessen haben wir uns dann noch aufgemacht nach Netzeband. Dort wird seit 30 Jahren Open Air Laientheater gespielt. Den Tipp das mal anzuschauen haben wir von Egbert und Annedore bekommen. Was für eine Überraschung: In the middle of Nüscht ein Theater mit Puppen die einen irre beschriebenen Tagesablauf in einem kleinen walisischen Kaff spielen. Sozusagen Ulysses in Kurzfassung. Wir haben fasziniert gelauscht und zugeschaut und waren begeistert.

Unglaublich was man da in Netzeband jährlich durch den ganzen Sommer hindurch auf die Beine stellt. Und alle Aufführungen sind immer ausverkauft.

Das Bett in der Boltenmühle war dann um Klassen besser, so dass wir am nächsten Morgen zu einer Paddeltour über den Tornowsee aufbrechen konnten.

Was für ein schönes, ruhiges Paddelrevier…
…über Seen und durch Kanäle…
…mit großen und kleinen Dingen zum Beobachten und Staunen.

Abends dann die große Silberhochzeitsfeier mit leckerem Essen und Trinken und jeder Menge guter Unterhaltung, zwischenmenschlich und auch sonst.

Eine schöne Party und ein schönes Silberhochzeitspaar!

Als wir dann heute das Auto vollgeladen hatten (wir hatten ja alles dabei für Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt bis tropischer Hitze) und gerade offen losfahren wollten, brach das Gewitter los. Es sollte uns bis Berlin begleiten. Sylke habe ich am Hauptbahnhof in Berlin raus geworfen, sie muss weiter zum BGW Event nach Sigmaringen und ich schlüpfe wieder in meine Schuhe als Gärtner, Hauswart, Malermeister, Elektriker etc…War auf jeden Fall ein schöner, abwechslungsreicher Kurztrip gewesen.

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