Es war wieder so weit. Diesmal haben Nicole und Felix das Familientreffen organisiert. Dazu kamen die Familienmitglieder aus allen Richtungen in den Thüringer Wald angereist. Oberhof ist die Schmiede des Wintersports und viele berühmte Athletinnen und Athleten haben hier trainiert. Wir alle sind natürlich in deren Fußstapfen getreten und deswegen im Sporthotel von Oberhof unter gekommen. Es standen ja einige athletische Disziplinen auf dem Programm.

Neben Hopfentrunk heben (alkoholisch und nichtalkoholisch) war die einnehmendste Sportart, die vor allem die Eltern und Grosseltern absolvierten, das Kindersupergeleiten. Zahllose Herausforderungen waren hier zu meistern, aber die jungen und älteren Athlet*innen zeigten sich bestens trainiert. Es kam zu sehr wenigen Verletzungen und im Gegensatz zu anderen Disziplinen hielten sich die Ausfälle in Grenzen.

In der Juniorklasse ab einem Jahr bis zehn Jahren fanden zahllose, äußerst anspruchsvolle Wettbewerbe statt. Die Heul- und Schreiwettbewerbe gingen unentschieden aus, während die Stocksuchundfinden Challenge eindeutig von Johanna, Mathilda und Bruno angeführt wurden. Pauline belegte einen ordentlichen vierten Platz. Der Rennwettbewerb in der Nähe des Rennsteigs fiel zwar zugunsten von einigen, alten, männlichen Pacemakern aus, aber auch hier konnte die Kinderklasse überzeugen.

Vor dem Kutschenparcours gab es noch einen Fakirwettkampf. Eigentlich eine Sportart, die in Oberhof fremd ist, aber durch eine einzelne Berliner Athletin zur neuen Herausforderung erklärt wurde. Allerdings wird dieser Wettkampf nicht in den Reigen der Familientreff Disziplinen aufgenommen werden, da er mehrheitlich als zu schmerzhaft abgewählt wurde.

Das anschließende Kutschenrennen, angeführt von zwei heimischen Profis, tangierte sämtliche Wintersportstätten von Oberhof. Leider waren einige geschlossen bzw. nicht öffentlich zugänglich so dass die teilnehmenden Athletinnen und Athleten sich ersatzweise mit einem TRVS (Thüringer-Rostbratwurst-Verzehr-Sprint) vergleichen mussten.

Da waren vor allem einige Damen im Vorteil, hatten sie doch am Abend vorher schon beim Waldschrat (eine bekannte Oberhofer TRVS Trainingsanlage) mit TRZA (Thüringer-Rostbratwurst-Zweierlei-Art) üben können. Da alle anderen Athlet*innen bei diesem Training andere Geräte gewählt hatten, gab es für die TRZA geübten beim TRVS echte Vorteile und einige konnten sogar unangestrengt noch eine extra Runde drehen.

An dem folgenden, anspruchsvollen, über 6 Kilometer! langen Querfeldeinrennen konnten nur die fittesten Wettkämpfer*innen teilnehmen.


Die Strecke barg zu große Herausforderungen aber auch enorme Chancen. Eine davon, nur um ein Beispiel zu nennen, war die die Station an der Bergbaude Veilchenbrunnen.

Die KVC (Kuchen-Vergleichs-Challenge) dort wurde künstlich durch Verknappung dramatisiert, so dass der finale Vergleich der Sportler*innen zwischen Mohn und Rhabarber unentschieden verlief (mit leichter Tendenz zu Mohn).
Die Umplanung der Veranstalter am Abend fiel zu Ungunsten einer weiteren Runde im TRVS aus. Stattdessen wurden die Teilnehmenden äußerst großzügig, (hier noch einmal einen Dank an Ingo) zu einem südtiroler Aufbauessen eingeladen. Das war auch notwendig, denn der nächste Wettkampf wartete gleich am Sonntagmorgen: Biathlon!

Einige der jüngeren Athlet*innen versuchten anschließend im Paul´s durch die Einnahme von Zielwasser, einem erlaubten Dopingmittel (Stefanie als Mannschaftsärztin verzichtete auf entsprechende Kontrollen) ihre Chancen zu verbessern, aber vor allem für die männlichen Teilnehmenden stellte sich das als fatale Fehleinschätzung heraus.

Der Biathlon Wettbewerb startete pünktlich am nächsten Tag. Aber da das Teilnehmerfeld leider die Skier vergessen hatte, musste auf den Langlaufpart verzichtet werden. Stattdessen fand das Schießen unter realen Bedingungen auf die große und die kleine Scheibe in 50 Meter Entfernung mit Kleinkaliber Gewehren statt.

Die Kombatant*innen schenkten sich nichts. Die Ultras der jeweiligen Kontrahent*innen versuchten zwar durch unfaire Zwischenrufe ihrem favorisierten Schießenden Vorteile zu verschaffen, aber im Wesentlichen war es ein fairer Wettkampf.

Als unangefochtene Siegerin ging Marie daraus hervor. Hier noch einmal ein Glückwunsch an die Schützenkönigin. Zum Feiern blieb nicht viel Zeit, denn die nächste Etappe wartete schon. Das Obere Schweizerhaus (hat nichts mit der Schweiz zu tun, sondern der Milchbauer in Oberhof wurde früher Schweizer genannt) wartete mit deftigen Fitnessprodukten auf der Ziellinie des Familientreffens.

Alles in Allem war es ein sehr gelungenes Event und einige der Teilnehmenden werden noch länger durch den Muskelkater in der Bauchgegend und auf den Hüften an die sehr gute Versorgung der Athletinnen und Athleten denken. Die herausragende Organisation kann nicht genug gelobt werden und setzt Maßstäbe für folgende Veranstaltungen. Deshalb sei an dieser Stelle noch einmal an die Verantwortlichen Nicole und Felix mit dem wärmsten Dank erinnert.

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