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Gestern war Reisehalbzeit und wir waren soooo frustriert. Kein Fahrrad, nicht mal ein klitzekleiner Wanderweg, keine ordentliche Kneipe. Ab 15.00 Uhr nur Netflix und Kuchen und Wein und Internet zum suchen, was wir heute machen (wobei ich nicht mal Lust aufs Suchen hatte und Uwe alles alleine machen musste).

Sylke bestand darauf, dass wir doch nochmal hoch fahren zum Fraser Damm. Ich hab dann mal eingewendet, dass wir bei unserem Glück hier in Central Otago kein Gold finden werden, sondern nur Achsbruch erleiden können. Auf dem Pass oben, waren wir dann froh, dass wir da nicht rauflaufen mussten, sondern dass das unser braver Nissan X-Trail erledigt hat.

Und ein bisschen gejammert haben wir auch. Ein Krokusbild von Otto aus dem Garten zu Hause. Och, das wäre toll, wenn wir das jetzt live bewundern könnten. Nur diese blöden Büsche und doofen Schafe. Und erst diese schrecklichen Betten. Das nächste Mal reisen wir mit eigenen Kopfkissen. Und was soll das? Bettlaken, dann noch ein Laken oben drauf und dann ein unbezogenes Bettzeug. Ich will in mein Bett mit einem Laken unten und einer bezogenen Zudecke. Damit, wenn ich mal die juckenden Füße außerhalb der Zudecke kühlen will, ich die nicht auf dem Inlett lagern muss. Wer weiß, wer alles schon seine Flossen da drauf hatte. Grrrrr! Und warum sind wir so lange so weit weg von zu Hause? Wer kam denn auf die Idee? Ich habe nicht mal mehr saubere Unterwäsche. Und wie bekloppt sieht denn mein „Ponytail“ aus? 

Der Fraser wird durch den Damm gestaut. Sieht man im Hintergrund. Die ganze Gegend gehört zu der „Scenic, historic Area“ zum Thema Goldrausch. Der Rausch hat hier 1862 angefangen. Da haben zwei Typen, Hartley und Reilly in 2 Monaten 39 Kilogramm Gold aus dem Dunstan und dem Fraser gewaschen. Lucky guys! Das wären heute umgerechnet 2 Millonen Euro. Damals bestimmt deutlich mehr. Daraufhin kamen tausende Goldsucher in die Gegend. Sylke hat gefragt, wie sich das so schnell rumsprechen konnte. 1861 wurde das Telefon erfunden.

Aber heute sah die Welt schon wieder freundlich aus. Sonne und Kaffee im Bett. Dann haben wir uns ins Auto geschwungen und sind noch mal die Gravel Road zum Fraser Damm gefahren. Die Strecke zum Einstieg in den Wanderweg entpuppte sich zwar als eine einstündige Abenteuer-Tour (und nicht wie von Uwe gestern behauptet nur 3 km). Aber wenn in der Wohnung eine Info liegt, dass Allrad empfohlen wird, sollte man das auch ernst nehmen.

Der Weg zu den historischen „Sites“ war mehr als abenteuerlich. Auf dem Zettel, der die Gegend beschrieb stand nur: Explore yourself. Leider hatten wir keinen Freischneider dabei.

Ein bisschen gewandert. Und über das Leben der Goldgräber vor 160 Jahren nachgedacht. Was ist aus uns nur geworden? Ein Haufen Memmen, die schon schlechte Laune bekommen, wenn es kein Fahrrad zum ausleihen gibt.

Ein paar Ruinen gabs dann aber doch zu sehen. Unglaublich wie man hier leben konnte und wir sind im Sommer hier. Bis 1962 waren hier noch Typen unterwegs, die ihr Glück jahraus, jahrein versucht haben.

Und weiter geht die wilde Hatz Richtung Lake Tekapo. 100 mal angehalten und Fotos gemacht. Biegst du um die Ecke, sieht es wieder anders aus. Und schon waren wir wieder versöhnt mit Neuseeland, bzw. Neuseeland mit uns.

Auf dem Weg zu unserem letzten Ziel in Neuseeland (es hätte noch 100 andere gegeben, aber dann müsste man hier ein Jahr verbringen und ohne Glück beim Goldschürfen ist man schon nach 6 Monaten pleite bei den Preisen hier) kamen wir dann über den Lindis Pass. Und wieder eine ganz andere Gegend.

Unsere Unterkunft in Lake Tekapo ist unser Ziel für heute. Haben wir diesmal nicht gebucht nach dem Lieblingskriterium von Uwe:  Seeblick und Kühlschrank. Sondern nach der Notwendigkeit. Und an erster Stelle stehen diesmal Waschmaschine und Trockner.

Und dann kamen wir tatsächlich auf der anderen Seite des Mt Cook an. Am Anfang unserer Reise auf der Südinsel haben wir ihn von Westen gesehen, jetzt von Osten.
Der Klassiker, wie der „View der views“ auf der anderen Seite. Lake Pukaki im Vordergrund und der höchste Berg Neuseelands, der Mt Cook im Hintergrund.

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