ALTE STREUNER

Reisen, kochen, leben, wie es uns gefällt

Südafrika. Acht Kapitel. Tausend Eindrücke.

ALTE STREUNER | REISEN

Südafrika lässt sich schwer in ein paar Sätzen erzählen. Dafür ist das Land zu groß, zu vielfältig und manchmal auch zu widersprüchlich. Wir haben atemberaubende Landschaften erlebt, wilden Tieren zugesehen, erstaunliche Menschen getroffen und unterwegs so manche Überraschung erlebt. Hier erzählen wir unsere Reise in Bildern, kurzen Geschichten und kleinen Filmen. Wer mehr wissen möchte, findet dazu acht ausführliche Reiseberichte.

Wir sind dann mal da!

01 | PANORAMA ROUTE

Unsere Reise beginnt mit zwei falschen Gates, zehn schlaflosen Stunden direkt vor der Flugzeugtoilette und einer Reisegruppe, die bei der Kaffeeverkostung beinahe im Stehen einschläft. Am nächsten Tag entschädigt uns die Panorama Route: Wasserfälle, bizarre Felsformationen und der gewaltige Blyde River Canyon. Dort müssen wir allerdings über uns selbst lachen. Zu Hause belächeln wir die Reisebusgäste, die schnell über die Basteibrücke laufen, ein Foto machen und wieder verschwinden. Hier machen wir genau dasselbe. Immerhin: Der Canyon ist spektakulär!

Die Löwen draußen, wir drinnen

02 | KRUGER NATIONALPARK

Kaum im Kruger-Nationalpark angekommen, begrüßen uns zwei Giraffen und ein Rudel von fast zehn Löwen. Zehn Meter neben unserem Reisebus liegen sie im Gras. Großartig! Bis wir weiterfahren wollen. Der Bus springt nicht mehr an. Drei Stunden sitzen wir fest. Die Löwen gähnen, putzen sich, drehen sich um und schlafen weiter. Irgendwann werden selbst zehn Löwen langweilig. Nur unser Guide William hat keinen Grund zur Langeweile. Als endlich der Ersatzbus kommt, bleibt eine Frage: Wie steigen wir um, ohne auf der Speisekarte zu landen? Ganz einfach: Beide Busse Tür an Tür. Und bloß keinen Schritt ins Freie!

21 Kühe für Sylke!

03 | ESWATINI

Gestern wussten wir noch nicht einmal, dass es Eswatini gibt. Heute sind Sylke und ich schon zum zweiten Mal verheiratet. Unser Guide Clement erklärt uns die traditionellen Hochzeitsbräuche. Zwei Jahre kann es dauern, bis die Familien einig sind, alle Rituale vollzogen und die Kühe übergeben sind. In unserem Fall verlangt der Brautvater 21 Stück. Ganz schön teuer, meine Sylke! Zum Abschluss singt die Busbesatzung unser Hochzeitslied. Eine herrlich komische Begegnung. Doch Eswatini zeigt uns auch eine andere Seite: Armut, wirtschaftliche Abhängigkeit und die große Herausforderung HIV. Ein kleines Land, das uns zum Lachen und zum Nachdenken bringt.

Safari für Fortgeschrittene

04 | ZULULAND

Safari im Hluhluwe-iMfolozi-Park. Es gießt in Strömen. Wir sitzen in einem offenen Jeep, eingewickelt in braune Regenponchos, in denen wir selbst langsam wie Nashörner aussehen. Immerhin: Echte Nashörner lassen sich blicken. Gleich drei! Dazu Warzenschweine mit fragwürdiger Frisur und eine Elefantenherde, die uns im Regen stehen lässt. Unsere Schuhe sind längst voll Wasser. Am Aussichtspunkt erwartet uns schließlich der Höhepunkt: nichts. Absolut nichts. Nur Nebel. Aber wir haben Urlaub. Die Safari ist gebucht. Also lächeln wir tapfer weiter. Das nennt man wohl Urlaubs-Resilienz!

Große Tiere und kleine Enttäuschungen

05 | ADDO & GARDEN ROUTE

Im Addo-Nationalpark zeigen uns die Elefanten bevorzugt ihre Hinterteile. Ein Warzenschwein liegt so regungslos am Straßenrand, dass unsere Reisegruppe schon über eine Rettungsaktion diskutiert. Dann steht es auf und spaziert davon. Und ein kleiner Mistkäfer hat ganz andere Probleme. An der Garden Route wird es plötzlich grün. Urwälder, wilde Küsten und Hängebrücken, deren Sinn sich uns nicht ganz erschließt. Schließlich wollen wir zu einem Wasserfall. Wir wählen den schwierigen Weg über den Berg, klettern über Wurzeln und balancieren durch einen Fluss. Am Ziel wartet ein ziemlich bescheidenes Rinnsal. Auf dem Rückweg entdecken wir die bequeme Fähre. Die hätten wir auch gleich nehmen können.

Lange Hälse und dunkle Höhlen

06 | KLEINE KAROO

In Oudtshoorn besuchen wir eine Straußenfarm. Die Küken sind zum Knuddeln, die erwachsenen Tiere weniger. Einer hat es auf Sylkes Ohrring abgesehen. Offenbar hält er das glitzernde Ding für ein besonders leckeres Maiskorn. Zum Glück bleibt der Ohrring an seinem Platz. Sonst hätten wir drei Tage später in der Straußentoilette suchen müssen. Danach geht es in die Cango Caves. Gewaltige Tropfsteinhallen, eine deutschsprachige Führerin, die plötzlich „In the Jungle“ schmettert – und dann das Licht ausschaltet. Ausgerechnet Sylke kann absolute Dunkelheit nicht ausstehen. Oben an der frischen Luft sind wir beide erleichtert. Wer hätte gedacht, dass ein Strauß und eine Höhlenführerin für ähnlich viel Aufregung sorgen können?

Zwei Welten. Ein Südafrika.

07 | STELLENBOSCH

Stellenbosch empfängt uns mit prächtigen Weingütern und einer Weinprobe, bei der ausgerechnet für uns kein alkoholfreier Wein vorhanden sein soll. Im Verkaufsraum stehen allerdings gleich zwei Sorten. Na bitte. Am nächsten Tag lernen wir die andere Seite kennen. Männer warten am Straßenrand auf einen Tagesjob. Tante Siena kocht für Kinder, die zu Hause nicht immer genug zu essen bekommen. Wegen eines Stromausfalls ist selbst unser Mittagessen bei ihr eine kleine Herausforderung. Wenig später spazieren wir durch Babylonstoren, eine Gartenanlage für Menschen, bei denen Geld offenbar keine Rolle spielt. Sylke fragt, warum unser Garten zu Hause nicht so aussieht. Ich bin eben kein Milliardär. Aber nach dem Besuch bei Tante Siena bleibt uns das Lachen ein wenig im Hals stecken.

Aller guten Dinge sind vier!

08 | KAPSTADT

Kapstadt hat uns einiges zu bieten: bunte Badehäuschen, Pinguine am Strand, spektakuläre Küstenstraßen und am Kap der Guten Hoffnung einen Busparkplatz samt Schild, vor dem sich alle fotografieren lassen wollen. Nur der Tafelberg spielt nicht mit. Erst Wolken, dann Wind, schließlich Sturm. Dreimal fällt unsere geplante Auffahrt aus. Am letzten Tag, wenige Stunden vor dem Rückflug, ist plötzlich alles anders: strahlender Sonnenschein, klare Sicht und eine Seilbahn, die tatsächlich fährt. Wir stehen auf dem Gipfel und genießen einen unglaublichen Blick über Kapstadt und den Atlantik. Wenig später wird die Seilbahn wegen des Wetters schon wieder eingestellt. Manchmal braucht man eben nicht nur Geduld, sondern auch verdammt viel Glück!

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