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Vom Regen in die Traufe. Der Campingplatz in Warrnambool war schon gewöhnungsbedürftig. In einem anderen Sinn als der heute. Nicht falsch verstehen. Die Facilities sind wirklich super. Heisse Duschen etc. Barbeque Ecken usw. Nichts auszusetzen. Aber dort Familiencamping mit allem (heute morgen kamen aus einer Dusche 5 Kinder plus Papa), aber ein Stellplatz inmitten von Familiencampern. Heute ein Platz am Sportplatz von Apollo Bay. Wir haben eine Site zwischen Dauercampern und es sieht bisschen aus wie Berliner Laube. Blöd nur dass die Laube, die hier stand, offensichtlich gerade abgerisssen wurde und wir jetzt im Dreck stehen. Beschweren? Das Office hat um 17:00 zugemacht. Wir kamen erst 17:30.

Super heute: Die Sehenswürdigkeiten der Great Ocean Road. Die Strasse wurde nach dem ersten Weltkrieg als Arbeitsbeschaffungsprogramm für heimkehrende Soldaten gebaut und verbindet die Limecoast Attraktionen miteinander. Los geht es mit der Bay of Islands.

Jetzt ist es 18.30 Uhr und wir sitzen im Camper. Draußen ist es schon dunkel und zu kalt, um einen Wein im Freien zu trinken. Wir hätten einfach unsere Uhren nicht mit umstellen sollen. Das wäre eigentlich sehr einfach gewesen. Wir haben seit 14 Tagen keine festen Termine und hätten nach unserer eigenen Zeit leben können. Also nichts mit Winterzeit und abends so zeitig dunkel.

The Grotto ist der nächste Stop. Die ganze Küste ist durchzogen von natürlichen Höhlen und so entstehen auch die vielen steinernen Brücken. Meistens bricht dann die Höhle durch Erosion ein und stehen bleibt nur das Mundloch. Meiner Freundin und allgemein den Sachsen bestens bekannt als Schwippbogen. Fehlt die Beleuchtung. Mit der hatten wir heute sowieso Probleme, den ab und zu mussten wir mal 20 Minuten im Auto sitzen bleiben um den nächsten Schauer durchzulassen und auf die Sonne zu warten.

Wir hätten einfach die Uhren in die andere Richtung drehen sollen, sozusagen auf „unsere optimale Zeit“ (UOZ). Dann wäre es Abends länger hell, aber die Temperaturen trotzdem so kalt. Aber nein, wir leben nicht nach UOZ, sondern nach …., das bedeutet, dass wir gestern Die Uhren wieder 30 Minuten in irgendeine andere Richtung stellen mussten. Ich blicke nicht mehr durch.

Die Erosion treibt hier wirklich seltsame Blüten.

Der Herbst schlägt hier mit aller Macht zu. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass es in Australien gar nicht immer 40° warm ist, ich hätte das nicht geglaubt. Wir sind hier gemeinsam angereist mit der Vorstellung, das ist einfach irre heiß ist. Ist es aber nicht. Es sind, ich schätze mal 15°. Uwe meint 12°, aber mein Freund hat hier in  Australien ein Temperatur – und Kleidungsproblem. Das äußert sich darin, dass er seit 14 Tagen mit Socken, Unterhose, Jogginghose, T-Shirt und Sweatshirt drüber schläft. Das T-Shirt und Sweatshirt hat er dann auch am Tag an. Ich hoffe, er wechselt wenigstens die Unterhose. (Zitat Uwe, der mir gerade im Camper gegenüber sitzt: Ungern!)

Die „London Bridge“ ist leider zur Hälfte eingestürzt.
Dafür steht noch ein ganz schmaler Streifen Limestone direkt um die Ecke. Genannt Razorback.

Aber Irgendwie ist diese Art Camping natürlich sehr praktisch. Unsere Koffer sind so verstaut, dass wir zwar dran kommen würden, aber das wäre sehr mühsam. Deswegen ziehen wir irgendwie jeden Tag genau die gleichen Sachen an, wie am Tag davor. Ich hülle mich wenigstens noch in Merino, dem nachgesagt wird, dass es auch bei größter Schwitzanstrengung nicht zum müffeln neigt. Ich kann das für mich selbst gar nicht einschätzen. Uwe ist ein Gentleman und schweigt.

Am Loch Ard Gorge kann man die traurige Geschichte der Loch Ard, einem Segelschiff, dass 1878 hier zerschellte nachfühlen. Nach drei Monaten auf See wollte man am nächsten Tag in Melbourne einlaufen. Leider ging das hier gründlich schief und es gab nur zwei Überlebende.
Die ganze Küste nennt sich Shipwreck Coast. Starke Strömungen und -so wie wir es gerade auch erleben- Wetter, das ständig umschlägt, dazu jede Menge Klippen, hat in 200 Jahren über 130 Schiffen den Garaus gemacht.

Unsere derzeitige Situation: wir im Camper, in unsere Zudecke gehüllt, jeder ein Glas Wein (meins steht auf der Kochplatte, Uwe hat sich ein Klopapier – Packung-Sideboard gebastelt), ich diktiere den Text und lach mich kaputt, was das iPhone aus meinem schönen sächsischen Dialekt macht und Uwe sucht die Fotos raus. 

Das absolute Highlight und dementsprechend von Touris überlaufen, sind die 12 Apostel. Jetzt nur noch 8 Felsnadeln in der Tasmanischen See. Die anderen 4 sind in den letzten Jahren der Erosion zum Opfer gefallen. Trotzdem drängen sich hier Heerscharen von Indern, Chinesen und anderen Touris. Uns eingeschlossen.

Da lassen wir mal die Bilder sprechen über die Great Ocean Road. Wir haben die einfach jetzt mal dem Tagesablauf nach eingefügt. Das Beitragsfoto ist vom Hafen in Port Campbell. Was für ein blöder Hafen. Der Schwell steht praktisch immer genau in den Hafen rein.

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