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Das ist schon sehr komisch, wenn einem auf der Strasse so viele Menschen entgegen kommen. Wir haben immernoch den Reflex, dann einfach auf die Seite zu treten, wie wenn wir auf einem Track wären. Daher dann lieber in einen Bus einsteigen und zur Orientierung erst einmal eine Stadtrundfahrt machen. Zwischendurch dann im ältesten Pub der Stadt zu Mittag gegessen.

Sydney. Das nenne ich mal Sehnsuchtsort. Am Wasser, Millionenmetropole, Sehenswürdigkeiten. 

Bei der Rundfahrt sind wir natürlich an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei gekommen. Die Oper hat eine ähnliche Geschichte wie die Elbphilharmonie. Zu ambitioniert, zu teuer, zu lange Bauzeit. Aber jetzt das Wahrzeichen von Sydney. Seis drum.

Beinah hätten wir nach unserer Ankunft gestern vor unserer AirBnB-Wohnung schlafen müssen. Was für eine Aufregung. Ich habe gefühlt 1000 E-Mails von Booking.com bekommen (nicht nur für dies Buchung): „Bitte schicken Sie eine Kopie Ihres Ausweises, haben Sie eine Lebensmittelallergie? Wann denken Sie, dass sie einchecken? Wie heißt der Mensch, mit dem sie reisen? Bitte bewerten Sie die letzten 20 Übernachtungen!“ Irgendwie habe ich alles nicht richtig gelesen. Leider war auch die Anleitung dabei, wie wir in diesem Wolkenkratzer unser Zimmer beziehen können. Die vierte E-Mail mit der Bitte, doch endlich mal mitzuteilen, wann wir den gedenken, in Sydney in der Wohnung einzutreffen, habe ich dann brav beantwortet. Ich dachte irgendwie, dass da ein älterer grauhaariger Concierge am Empfang sitzt und uns die Schlüssel aushändigt. Die Rück Antwort von booking.com war: „Ohne Mehrkosten können Sie zwischen 19.00 und 20:00 Uhr einchecken.“  da dachte ich, zum Glück muss der grauhaarige Herr am Empfang keine Überstunden machen. Endlich vor Ort, mit Metro und Google Maps, waren aber nur 100 Briefkästen im Eingangsbereich. Wo ist der freundliche Mann mit dem Schlüssel?

Harbour Bridge, gerne auch als „Kleiderbügel“ bezeichnet, ist das andere Wahrzeichen von Sydney. Allein die Instandhaltung braucht 30 000 Liter Farbe pro Schicht pro Jahr (3 Schichten sind notwendig). Da sind einige Leute beschäftigt. U.a. hat ein gewisser Paul Hogan, besser bekannt als Crocodile Dundee, hier einmal als Anstreicher vor seiner Filmkarriere sein Geld verdient.

Panik! Da ich hier nur per WLAN unterwegs bin und kein Internet und kein Telefon habe, konnten auch nicht die Mails von booking.com heruntergeladen werden. Uwe weiß schon, dass ich für die Katastrophe nicht gemacht bin. In der Nachbarkneipe gab es WLAN. Die 1000 Booking Mails durch gecheckt.

Eine Stadt, in der die Fussgänger so aussehen, muss schon etwas Besonderes sein.

Festgestellt, dass wir hätten vor Tagen uns bei unserer Vermieterin melden müssen um Anweisungen für den Einzug zu bekommen. Uwe hat angerufen. Mailbox. SMS geschickt. Keine Antwort. WhatsApp. Keine Antwort. Irgendwann, aus meiner Sicht Stunden später, aber so lange war es wahrscheinlich nicht, kommt ihr erlösende Antwort mit der Briefkasten Nummer. Im Briefkasten eine Schlüsselbox mit einem vierstelligen Code. Die Wohnungsnummer. Der Schlüssel. Meine Nerven!

Mitten in Sydney gibt es den „Chinese Garden of Friendship“. Wir sind nur mal durch Chinatown geschlendert und da Sylke ja unbedingt noch China bereisen will, haben wir die Abkürzung genommen. Ob zwischen Australien und China immernoch das freundliche Verhältnis wie zur Gründung des Gartens 1988 besteht, sei einmal dahingestellt.
Sylke hat sich jedenfalls schon mal in wirksamen Posen für die Teilnahme am Volkskongress 2024 in Peking in Szene gesetzt. Die Inschrift an den zwei Säulen bedeutet sowas ähnliches wie: Die zukünftige Heldin des Gartens empfiehlt sich für ein Amt im Zentralkomitee.

Jetzt, nach der Bustour, sitzen wir auf unserem Balkon und unten rauscht der Verkehr vorbei. Was für ein Ambiente. Irgendwie sehne ich mich jetzt schon nach Ruhe. Ist das das Alter? Ach nein, die Nerven.

Natürlich gab es (verhaltenen) Beifall von den Bewohnern des Parks. Sylke hat das sofort mit diesem Foto dokumentiert. Gleich klatscht er!

(Anmerkung der Redaktion: Eher die Sehnsucht nicht nach diesem Ort, sondern nach der Stille und Weite von Hauroko. Wo ist das denn, werden die geneigten Lesenden fragen. Nun, das ist ein kleiner See im Fjordland. Und wer genau aufgepasst hat, weiss warum wir den so toll fanden.)

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