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Vorgestern wollten wir, bei starkem Wind auf der ganzen Insel, eine Wanderung im Tal und nicht unbedingt auf einem Grat machen. Das ist gar nicht so einfach. Aber da fiel uns ein: Letztes Jahr haben wir eine Abzweigung verpasst auf dem Weg zu den Paisaje Lunar, einem Hotspot auf der Insel. Und der Weg dort hin führt? Genau: Die meiste Zeit windgeschützt durch ein Tal. Genauer: Durch mehrere Täler und Pinienwälder. Also Brote geschmiert, Wasser eingepackt und nichts wie los.

Auf dem Weg nach oben gab es mehrere bewirtschaftete Terrassen. Die meisten mit Kartoffeln, aber auch ganze Gärten mit Mandelbäumen.
Im krassen Gegensatz zu den blühenden Bäumen gab es auf dem weiteren Weg Null Wasser. Die Levadas und die Bachläufe waren alle schon lange ausgetrocknet.
Die Mondlandschaft, also die Paisaje Lunar, ist ein Ergebnis der Erosion. Wind und Wasser haben die leichten Gesteinsschichten aus Vulkanasche abgetragen und zurück bleiben die Kegel, deren Spitzen durch Steine geschützt sind.
Das ganze Gebiet zieht sich durch ein Tal und lässt sich an zwei gegenüber liegenden Abbrüchen bewundern.

Klar war uns noch in Erinnerung, dass der Weg von Vilaflor aus erst einmal ziemlich lange und ziemlich steil nach oben führt. Aber besser am Anfang der Wanderung als, wie beim letzten Mal, erst ganz am Ende. Natürlich waren wir nicht alleine. Immerhin sind die ungewöhnlichen Felsformationen in jedem Reiseführer ein „Muss“. Aber zum Glück war nicht zuviel los und wir konnten dieses Mal die Felsen in Ruhe aus der Nähe betrachten. 

Der Rückweg führte dann an noch anderen Formationen vorbei, die aber nicht so spektakulär waren.
Der Wind konnte die Nebel im Tal nicht komplett vertreiben. Die Terrassen rund um Vilaflor haben uns ein bisschen an China erinnert. Na ja, ein kleines bisschen.
Im Garten eines Hauses in Vilaflor stand dieser prächtige Orangenbaum. Leider verhinderte eine Mauer die Möglichkeit eine Frucht zu testen.

Heute dann das nächste Highlight: Die Fortaleza oder „Felsenfestung“ war allerdings ein Überraschungsziel. Denn unser Aufbruch heute morgen war leicht überstürzt. Seit gestern haben wir hier auf der Insel „Smog“. Heißt: Wir konnten nicht mal unseren Leuchtturm sehen. In der Luft lag eine Mischung aus Nebel und Saharastaub. Und das war heute morgen immer noch so. Beim Blick aus dem Schlafzimmerfenster kam also ein bisschen Panik auf: Was tun? Außer oben am Teide war die Chance auf eine gute Aussicht auf einem der Wanderwege gleich Null. Also raus aus den Betten um früh oben in den Canadas am Teide zu sein, sonst: Kein Parkplatz. Also schnell alles in die Rucksäcke und los. Die Fortaleza wollten wir schon lange mal besuchen. Auf dem Weg nach oben dann noch einmal ein Blick zurück. Das Beitragsbild zeigt das ganze Problem mit der Sicht unten.

Glück gehabt. Es gab Parkplätze und die Sonne strahlte ihr strahlendstes Strahlen. 
Die Fortaleza ist der Rest der Kraterwand des ersten Vulkans hier oben. Links und rechts davon ist der Kraterrand abgebrochen und nach unten gerutscht: Das Orotava Tal entstand.
Auf dem Sattel der „Festung“ steht eine kleine Kapelle, das Cruz de Fregel.
Das Tal unter der Fortaleza war der Verbindungsweg zwischen dem Norden und dem Süden der Insel. Von Bauern und Pilgern genutzt, die nach Candelaria wollten.
Neben der Kapelle gibt es noch einen Schrein als Erinnerung an Enrico Gonzales. Der lies hier 1939 sein Leben und war ein Vorfahre von Christopher Gonzales, der hier auf dem Blog immer fleißig Kommentare schreibt.
Die Eidechsen waren hinter unserem Proviant her und Sylke hatte immer Angst, dass sich eine in den Rucksack verirrt.
Natürlich gab es auch ein Selfie auf dem Pilgerweg, bevor wir uns für einen kleinen zusätzlichen Ausflug entschieden haben.
Ganz schön imposant die Wand mitten in der Landschaft.
Unser zusätzlicher Weg führte uns um den Montana Negra links im Bild. Den offiziellen Wanderweg 33 sieht man im Vordergrund. Manchmal sah man ihn allerdings auch nicht.
Da haben sich dann die letzten 5 Kilometer doch ganz schön gezogen.

Übermütig haben wir dann an die eigentliche Wanderung noch einmal fast 8 Kilometer dran gehängt und so kamen wir nach 6,5 Stunden zurück auf einen leeren Parkplatz. Das alles fast durchgängig auf über 2000 Metern und immer mit einem grandiosen Blick auf den Teide (der ja bekanntlich immer schon da ist).

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