Categories:

Vorgestern Abend waren wir erst einmal in Santa Cruz im Auditorium de Tenerife zu einem Konzert im Rahmen der Kanarischen Musikfestspiele. Die Architektur von Calatrava tat einen Teil. Sol Gabetta als Solistin am Cello und die Bamberger Symphoniker den anderen Teil für einen sehr schönen Abend. Das (uns jedenfalls) kaum bekannte Werk von Edward Elgar für Violoncello und die Werke von Smetana und Dvorak zauberten eine ganz besondere Atmosphäre. Beseelt sind wir dann zurück in unser Domizil gefahren.

Architektonisch sicherlich ein Hingucker. Aber es fängt schon an an der einen oder anderen Ecke zu bröseln und so ganz publikumszentriert ist der Bau nicht wirklich.
Sehr schönes Konzert mit einer gut aufgelegten Solistin und einem öfter mal hüpfenden Dirigenten.

Heute dann etwas ganz anderes: Eine Wanderung um den Chinyero, den jüngsten Vulkan der Insel. Das war eigentlich der Plan B, denn es sollte, Plan A, zum Anagagebirge gehen. Da zogen aber schon morgens Wolken auf, wie wir von unserer Terrasse aus sehen konnten. Also: Nichts wie los in die andere Richtung. 

Gleich am Anfang der Wanderung hatten wir das Gefühl, die richtige Wahl getroffen zu haben. Strahlend blauer Himmel und ein sehr präsenter Teide. Das hat natürlich Sylke zu diversen Selfies rausgefordert, siehe Beitragsbild.
So böse sieht der kleine Hügel im Hintergrund gar nicht aus. Er hat es aber faustdick unter der Erde. Einmal 1706 hat er das kleine Dorf Garachico platt gemacht, heisst Montana Negra, und gehört zu den Arenas Negras wo wir heute gewandert sind.
Die Lavaströme, die sich bis in den Atlantik geschoben haben mussten wir überqueren. Nein, es gab keine heissen Füße.
Wo ein böser Bube ist, ist der andere nicht weit. Der links im Bild heisst Chinyero. Er ist der jüngste Vulkan Teneriffas.

Zum letzten Mal ist der Chinyero 1909 ausgebrochen und hat zwar keine Menschenleben gefordert, aber seine Lavaströme haben ziemlich viel Land verwüstet. Gestoppt konnten sie nur durch die heilige Ana werden. Was heute noch als Wunder des Chinyero gilt, denn in Sorge um ihre Dörfer haben die Einheimischen die Statue der Heiligen Ana vor dem heranrückenden Lavastrom aufgestellt und dieser kam nur wenige Meter vor der Heiligen zum Stillstand. Das wird in einigen Dörfern da oben noch heute gefeiert. Wir hatten jedenfalls nichts zu befürchten obwohl einem die schiere Gewalt dieser Gesteinsmassen auch erkaltet noch immer eine gewisse Ehrfurcht abringt.

Dieser Wurzelsepp tut nur so. Es ist eigentlich Sylke (wer hätte es erkannt) mit einem Flechtenbart. Die gab es wieder zuhauf an den Bäumen.
Als ob er kein Wässerchen trüben könnte, der Chinyero.
Am Wegesrand lauerte nicht nur der Wurzelsepp, sonder auch riesige Kiefern.
Da lag die Vermutung nahe dass sie, trotz ihrer Größe, nicht älter als 115 Jahre sein können. Denn der Vulkan hat ja 1909 hier oben alles kaputt gemacht. Und tatsächlich: 110 Jahresringe bei einer, die erst kürzlich gefällt worden war.
Lange nicht gesehen: Die Eidechsen, die hier oben zwischen den warmen, schwarzen Steinen rumgeflitzt sind.

Auf jeden Fall hatten wir tolles Wetter was uns in unserer Wahl des Wanderweges bestärkt hat, obwohl Sylke natürlich, sie war Verfechterin von Plan A, die ganze Zeit gemurrt hat, dass es im Lorbeerwald bestimmt schöner gewesen wäre. Und morgen ziehen wir um in den Süden. Nicht ohne vorher, es liegt quasi auf dem Weg, das Must-See der Insel, den Loro Park besucht zu haben. Orkas die Kunststücke in Gefangenschaft machen und andere lustige Attraktionen. Das wird was werden, ich sehe mich schon das Schild „Free Willi“ hochhalten. Muss ich heute Abend noch malen.

Tags:

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner