Heute war der Tag der Tage. Nach zwei erfolglosen Versuchen haben wir es zu den „Orgelpfeifen“ geschafft. Dabei war klar: Wir kommen auch wieder erst nach 15:00 Uhr da oben an. Von hier unten aus, gab es klare Sicht und damit grünes Licht. Also nichts wie los. Kaum auf dem Parkplatz von „La Caldera“ zogen schon wieder Wolken den Berg hoch und wir haben schon leise in uns rein geflucht. Aber Wind und Wolken hatten Erbarmen und haben uns nur ein bisschen die Sicht versperrt.

Viel aufregender war letztlich, dass einige der Wanderwege wegen Erdrutschen gesperrt waren. Dadurch sind wir wohl einmal falsch abgebogen. Als es nicht aufhörte bergauf zu gehen und uns der Wanderführer immer höher schicken wollte obwohl die „Orgelpfeifen“ schon längst weit unter uns lagen, haben wir doch die Reißleine gezogen und sind umgekehrt. Wir haben nicht riskiert im Dunkeln die letzten 4 Kilometer auf ziemlich schmalen Pfaden am Berg wandern zu müssen. Schön und anstrengend war es allemal.



Auch schön aber weniger anstrengend waren unsere Spaziergänge in den letzten Tagen. Immerhin waren wir beide ja noch ein bisschen angeschlagen und haben uns nicht zu sehr verausgabt. Bei den Routen entlang der Küste bei Puerto de la Cruz haben sich unsere Gespräche ziemlich oft um ein einziges Thema gedreht.


Angefangen hat es eigentlich schon bei den riesigen Wellen am Samstag, als wir zum ersten Mal in Puerto waren. „Uwe, warum ist die Gischt so braun?“ fragte Sylke. Ich gab eine ehrliche Antwort: „Das ist von der Scheisse, die hier ungeklärt ins Meer läuft“. „Nein, das stimmt nicht, das kann nicht sein, das glaub ich nicht!“. Plötzlich bekam das Thema „Gesundes Wandern am Spülsaum“ einen leicht ekligen Beigeschmack.

Langer Rede kurzer Sinn: Teneriffa hat tatsächlich ein Fäkalienproblem. Es gibt praktisch keine Kläranlagen (also so 20, die nur bedingt funktionieren) bzw. viel zu wenige und über 260 identifizierte, illegale Einleitungen ins Meer. Mit anderen Worten: Rund 96% des Abwassers fließt ungeklärt ins Wasser des unmittelbaren Küstenbereiches. Folge: Gesperrte Strände und Fäkalien inklusive Klopapier die angeschwemmt werden usw. (Dass wir in unserem Apartment das Klopapier nicht in die Toilette werfen dürfen ist Kosmetik die uns als Umweltschutz verkauft wird). Aber gut, baden kann man bei dem Wetter sowieso nicht und es soll tatsächlich ein paar Strände geben mit einer blauen Flagge, was heisst: Wasserqualität in Ordnung. Da haben wir uns dann doch noch einmal überlegt, ob die kanarischen Inseln (nicht nur Teneriffa hat das Problem) wirklich für uns das ideale Rentner-Überwinter-Quartier in Zukunft sind. Vielleicht sollte man so konsequent sein.

One response
Jaaa, Abwasserprobleme haben die meisten Inseln, leider!
Geld spielt eine große Rolle 🥹
Wir kennen es aber auch durch unsere Reisen… auch Kroatien hat diese Probleme… dort geht auch viel ins Meer, selbst erlebt..,
Trotzdem viel Spaß und viel Erholung beim Wandern!!
Grüße aus Kleinmachnow von Birgitt und Günter 🖖