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Clare Valley, 150 km nördlich von Adelaide ist bekannt für seine vielen Weinkeller und Winzer. Da sind wir den Riesling Trail mit geliehenen Fahrrädern gefahren. Zum Zustand der Räder und dem Verleih ließe sich vieles sagen. Kurz: Da ist noch jede Menge Luft nach oben.

Das ehemalige Kloster und das Internat sind umgeben von Weinfeldern. Die Trauben waren aber eher mickrig, im Gegensatz zu den Trauben bei uns oder in Südtirol. Wir wollten herausfinden warum und Herr Mitchel (der uns beim nächsten Stop seinen Wein persönlich verkosten lies) hat auch versucht es zu erklären, ganz schlau sind wir aber nicht geworden.

Eine Station war der Weinkeller des Jesuitenordens in Sevenhills. (Das übrigens so benannt wurde in Anlehnung an die sieben Hügel von Rom).

Der Wein von Sevenhills ist preisgekrönt. Sylke hat extra alle anderen Schilder weggestellt, damit man das sehen kann. Überzeugt waren wir aber trotzdem nicht.

Welche Überraschung, da ist Sylke heute doch einem Vorfahren von ihrem Ex begegnet, Herrn Franz Weikert. Denn auf dem Gelände gab es noch die Ruine der ersten Siedlung zu sehen, das Weikert Cottage.

Das Cottage hat unter einem Buschbrand 1990 sehr gelitten. Seitdem wurden die Reste aufwändig gesichert und die Geschichte der Siedler wird auf mehreren Tafeln ausführlichst erklärt.

Franz hat 1848 Schlesien verlassen zusammen mit 148 Anderen, die von Revolution und preussischen Wirren die Nase voll hatten. Nach 3 Monaten kamen sie in Adelaide an und zogen dann nach Norden um sich im Clare Valley nieder zu lassen. Einen Jesuitenpriester fürs Seelenheil hatten sie auch dabei und der hat das Kloster gegründet, das heute von den Jesuiten als eine Art Hostel mit angeschlossenem Weinkeller betrieben wird. Der Wein, obwohl preisgekrönt, war nicht so besonders, fanden wir.

Bei Paulett hat Sylke den Rieslingflyer und ich den Classic Flyer bestellt. Jeweils mit den passenden Happen zum Wein. Das war sehr lecker.

Auf dem Trail ging’s dann weiter zum Weinkeller von Herrn Mitchel. Das war schon ein besserer Riesling und schließlich sind wir bei Paulett gelandet. Haben Wein verkostet, sehr gut gegessen und sind dann zurück geradelt.

Von der Terrasse des Restaurants konnte man in den Busch und die Weinfelder schauen. Die verteilen sich immer in kleinen Einheiten auf mehrere Quadratkilometer, was die Pflege und die Ernte sicherlich nicht einfacher macht.

Morgen geht es weiter Richtung Süden. Die Fähre nach Känguru Island ist schon gebucht.

Der Riesling Trail ist angelegt auf einer alten Bahnstrecke. Teilweise stehen die Bahnsteige noch. Prinzipiell eine gute Idee. Nur: Um zu den ganzen Weinkellern im Clare Valley zu gelangen mit dem Rad, muss man vom Trail immer 3-5 Kilometer auf „normalen“ Strassen links oder rechts abbiegen. Und dort fühlt man sich als Radfahrer weiss Gott nicht sicher. Zumal alle Autofahrer ja von einer Weinverkostung in den vielen Weingütern kommen. Wir hatten nicht den Eindruck, dass die nur Wasser getrunken haben.

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