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24.2.23

Wie schlägt man einen Tag tot, wenn man eigentlich alles super geplant hat, aber nix klappt? Zuerst sollte die Fähre um 13:00 Uhr ablegen. Dann kam die Nachricht: Sorry es wird 18:00 Uhr.

Auf dem Weg zur Fähre kamen wir an der Old St Pauls Kirche vorbei. Da wir ja wussten, dass wir 5 Stunden rumbringen mussten, haben wir eine ausführliche Besichtigung gemacht. Die Kirche ist von 1855 und hat wirklich eine bewegte Vergangenheit.
Nachdem wir hoffungsvoll unsere Koffer am Fährkai aufgegeben hatten, wollte Sylke unbedingt in ein „alternatives“ Cafe am Hafen gehen. Das haben wir dann gemacht und haben für einen Cappuccino 1,5 Stunden gebraucht. Neuer Rekord!

Naja, 5 Stunden kriegt man in Wellington schon rum. Aber um 13:00 Uhr hieß es dann: Nein, tut uns leid, medizinischer Notfall an Bord, es wird leider erst 23:00 Uhr, also 11 Stunden später. Da hatten wir dann schon unsere liebe Not.

Also sind wir ohne zu zögern auf den Viktoria Lookout hochgestiegen. Da kann man locker mit dem Bus hochfahren, dauert 15 Minuten. Wir sind ganz langsam gelaufen. Dauert 2 Stunden. Übrigens, das Schiff da unten (Suchbild) in blau/weiss war unsere marode Fähre.

Da dachten wir immer, dass die Neuseeländer eine Seefahrernation sind. Haben schon ein paar mal den Americas Cup gewonnen. Bei den Fähren haben sie es aber leider nicht drauf. Das haben wir Euch ja schon angedeutet.

Beim Abstieg vom Lookout haben wir dann doch auch noch eine Attraktion gefunden: Ein Set aus dem „Herr der Ringe“. Der Ort, an dem Sam Gamgee die bedeutungsschweren Worte sagte: „Wenn ich noch einen Schritt mache, werde ich weiter von zu Hause weg sein als jemals zuvor“. Ehrlich gesagt, den Schritt weiter sind wir gegangen.

25.2.23

Es gibt zwei Fährunternehmen mit 6 Fähren und 4 davon sind defekt. Durch die 11 Stunden Verspätung und dem echten Start der Überfahrt erst 2.00 Uhr in der Nacht, da haben wir von der angeblich sehr schönen Wasserlandschaft von Wellington nach Picton leider nichts gesehen. Dafür konnten wir in unserem gebuchten Hotelbett (Schlüssel hing vor der Rezeption in einem Briefumschlag an der Scheibe) noch zwei Stunden schlafen.  Endlich mal ein echtes Stundenhotel.

Das Boot von Cougar Lines bringt uns nach 2 Stunden Schlaf im Eiltempo von Picton nach Ship Cove. Spätestens da, in der frischen See- luft sind wir wieder wach.

Zu Hause am Schreibtisch hatte ich mir ausgedacht, dass wir ein bisschen aufregender wandern. (Was man sich halt so ausdenkt wenn man nur Reiseführer und Internetseiten als Hilfe hat .) Wir wollten mit kleinem Gepäck auf dem Rücken, die Koffer zurückgelassen, ein paar Tage unterwegs sein.

Mitten im Nirgendwo, an der Ship Cove, werden wir unserem Schicksal überlassen. Die Bucht ist bekannt, weil Captain Cook dort 100 Tage lang seine Endeavour repariert hat und mit dem Maori verhandelte.

Die Idee war gar nicht schlecht, aber niemand hat das hier je zuvor gemacht. Kein Gepäck mitnehmen? Warum sollte jemand das wollen? Wir haben wirklich alles versucht, aber das Gepäck wird immer von Hütte zu Hütte transportiert. Okay, dann nehmen wir eben alles mit.

Das ist so ungefähr der Plan. Was aber auf der Rückseite steht, haben wir erst später gelesen: Die Entfernungs- und Höhenangaben stimmen nicht mit der Realität überein. Nicht lustig, wenn man denkt man wandert 16 Kilometer auf Meereshöhe vor sich hin und auf einmal 500 Meter hoch und wieder runter steigen muss.

Wir wandern jetzt also drei Tage mit einem Faulenzertag dazwischen auf dem Queen Charlotte Track in den Marlborough Sounds. Und unser Gepäck wird transportiert.
Das sind gesamt 71 km. Heute schon mal 15 km und die haben sich angefüllt wie 51. Das liegt hoffentlich daran, dass wir nur kurz in unserem Stundenhotel waren. 

Landschaft ohne Ende ist allerdings die Belohnung für all die Anstrengungen.

Jetzt sitzen wir in unserer „Wander-Kabine“. (Merke: Zukünftig beim buchen vorsichtig sein, wenn „Hiker Cabin“ vorgeschlagen wird.) Haben wir uns in Wellington noch da drüber kaputt gelacht, dass wir in unserem Hotelzimmer nur einen Stuhl haben, hier gibt es gar keinen.

Aber vor allem GRÜN! Der Farn ist hier meterhoch, überall zirpen Zikaden, manchmal in einer Lautstärke, dass man gerne ein paar Oropax einsetzen würde.

Das Zimmer ist so winzig, dass man den Koffer, der jeden Tag mit dem Schiff transportiert wird, gar nicht aufmachen kann. Dafür gibt es eine Terrasse. Aber man könnte, wenn man wollte, Sachen aus seinem Koffer holen. Wir brauchen nichts und finden es lustig. Der Koffertransport hat auch Vorteile, denn so konnten wir eine Flasche Wein von Picton bis hierher in die Furneaux Lodge transferieren. Prost! 

26.2.23

Ab hier können wir die Texte und Bilder leider erst morgen einfügen. Im Zimmer gibts miserables WiFi („We tried to fix it, but it was not possible“, sagt die Rezeption wahrscheinlich jeden Tag den neuen Touristen) und in der Bar, wo wir den Beitrag angefangen haben hochzuladen ist um 21:30 Schluss. Also Geduld, bitte, morgen geht´s weiter mit unserem Bericht auf einer neuen Seite.

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One response

  1. Ich finde, dass ihr separat noch einen Food-Blog gründet solltet!

    Ich hoffe, dass ihr das nächste mal nur 30 Minuten auf euren Cappuccino warten müsst.

    Allerliebste Grüße von Marie

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