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Von Null auf Hundert und das mit Karacho. Wer kam nur auf diese Idee, nach drei Wochen Faulenzen, erholen, Gesundheit pimpen, feinste vegetarische Gerichte vertilgen und maximal 50 m an den Strand gehen, um dort auf die nächste Liege zu fallen….. wer kam auf die Idee im Zustand tiefster Entspannung noch eine kleine Rundreise ab Delhi zu buchen? Ähm…. Das war dann wohl ich, zu Hause vor Monaten, von Fernweh geplagt. 

Am Abschiedsabend gab es noch eine Vorführung mit klassischem Kerala Tanz, aber auch diesmal haben wir die Handlung nicht so wirklich verstanden.
Die Deko war sowohl in unserem Zimmer als auch am Tisch fürs Abendessen sehr emotional.

Hier in Delhi sah die Welt anders aus, Uwe will nach Hause. Ich bin entspannt. Uwe will am liebsten einen Flug sofort nach Berlin buchen. Trotzdem starten wir 5.00 Uhr in unseren wunderschönen Ressort in Kerala und fliegen mit IndiGo, der Billigairline von Air India (behauptet Uwe jedenfalls) von Cochin 3,5 h nach Delhi.  

Wir haben noch lange gerätselt, warum Sylke auf dem Sitz 18. Jahrhundert sitzt. Hat sich dann aber geklärt. War 18 C gemeint.

Ankunft kurz nach 12.00 Uhr. Den gebuchten Fahrer zum Hotel nicht gleich gefunden. Da erhöht sich unternormalen Urlaubsumständen schon der Puls, nicht nach drei Wochen Aryuverda. Aber irgendwann standen wir Mitten in Delhi. Die Koffer in Zimmer verstaut. Und waren irgendwie ein bisschen überfordert. Der Concierge hat noch gewarnt: „Passen Sie auf, wenn Sie die Straße überqueren.“ Aber das sich niemand an die Ampelfarben hält, das war schon erstmal ein Schreck. Die Ampel wird grün. Du läufst los als Fußgänger, aber kein Auto hält auf der 3-spurigen Straße an, wobei mindestens fünf Verkehrsteilnehmer nebeneinander fahren. 

Das Video vermittelt nur einen kurzen Eindruck von der wilden Hatz in Vishnas „Ferrari“.

An Nachmittag sind wir mit einem Tucktuck die Denkmäler abgefahren (für 1,50 €). Ich habe, glaube ich, vor Angst die komplette Eisenkonstruktion des Gefährts beim Festkrallen verbogen. Das war kein Fahrstil, das war Kamikaze. Hupen, ab und an mal mit den Händen wedeln, wenn man von ganz links über 5 Spuren schnell mal nach ganz rechts will ohne zu bremsen. „Es gibt nur eine Regel hier beim Fahren: Es gibt keine Regeln!“, war der Kommentar des Fahrers mit dem göttlichen Namen Shiva. Sein Tuktuk bezeichnet er selbst als Ferrari. Er war irgendwie auch stolz auf seine Fahrkünste und hat sich öfter zu mir umgedreht. „Man lernt das Fahren hier nur mit geschlossenen Augen“ meinte er. Beim aussteigen war sogar meine Unterhose nass geschwitzt. Und das hatte nichts mit den 40 Grad Außentemperatur zu tun, sondern war ausschließlich dieser kleinen Ausfahrt geschuldet. 

Das Indian Gate, ein zentrales Denkmal und viele andere Sehenswürdigkeiten waren heute nur bedingt zugänglich, denn die Muslime feierten das Fastenbrechen, und alle anderen Religionen hatten auch zu diversen Gegenveranstaltungen geladen. So fiel z.B. auch der Besuch beim Präsidenten in seinem Palast aus.
Nur an dem alten Brunnen „Step Well“ war es einigermaßen ruhig.

Hier, das ist wirklich das andere Indien. Tragen in Kerala fast alle Männer Hemd und Modi (Wickelrock), sind in Delhi alle Herren in Hemd und Hose gehüllt, wie bei uns zu Hause. Die Frauen tragen im Süden wie in Delhi Sari oder Hosen mit einem passenden Kleid bis zum Knie. 

Zum Schluss gabs noch ein Foto mit dem Ferrarifahrer und dann haben wir die Metro in unser Hotel genommen.

Jetzt ist es früher Abend und wir sitzen in unserem Hotelzimmer. Draußen hupt und rauscht der Verkehr vorbei. Wollen wir nochmal auf den Haus? Ähm…. „Nein danke!“

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